Veröffentlich am 13.05.2017

GRAS fordert Verbot des Neonazi-Treffens in Bleiburg

Antisemitismus und Faschismus dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben

Heute, dem 13.5.17 treffen sich wie jedes Jahr Mitte Mai bis zu 30.000 Personen am Loibacher Feld in Bleiburg/Pliberk, um Soldaten der Ustaša, Angehöriger der Waffen SS und Wehrmacht als Helden und Märtyrer zu gedenken. “Es handelt sich dabei um ein rechtsextremes und geschichtsrevisionistisches Treffen zur Huldigung des antisemitischen NDH Staates. Dass es nicht behördlich verboten ist, ist ein Skandal”, so Julien Herter-Courbon, Aktivist der GRAS – Grünen & Alternativen Student_innen Kärnten/Koroška.

Bei dem Treffen werden offen faschistische Symbole zur Schau gestellt, wie zum Beispiel das Symbol des NDH-Staates, des Vasallenstaats Nazi-Deutschlands. Der NDH-Staat betrieb das einzige Konzentrationslager in Europa, welches nicht unter der Führung der Nationalsozialist_innen aus Deutschland stand. “Das Bleiburgtreffen verhöhnt Opfer des Nationalsozialismus und verharmlost seine Verbrechen und jene der Ustaša”, sagt Marita Gasteiger, bundesweite Spitzenkandidatin der GRAS für die ÖH-Wahl 2017. “Hier ist offensichtlich, wie wichtig Erinnerungspolitik ist: Rechtsextremismus- und Antisemitismus-Forschung müssen endlich an den österreichischen Hochschulen verankert werden.”

1945 musste am Loibacher Feld die Armee des kroatischen NDH-Staates kapitulieren und wurde der jugoslawischen Volksarmee übergeben. Der NDH-Staat erließ Rassengesetze nach dem Vorbild des Dritten Reiches. Juden und Jüdinnen, Roma und Serb_innen wurden im kroatischen Konzentrationslager Jasenovac zu Tausenden ermordet. “Anstatt faschistische Verbrechen zu huldigen, muss Österreich sich endlich seiner historischen Verantwortung bewusst werden: Wir brauchen ein Denkmal für die Partisan_innen und der 8. Mai muss als Tag der Befreiung endlich Feiertag werden”, so Herter-Courbon und Gasteiger abschließend.