Veröffentlich am 25.04.2017

GRAS lehnt von Mitterlehner angedachte Zugangsbeschränkungen ab

Reformmodell bedeutet weniger Studienplätze

Die GRAS – Grünen & Alternativen Student_innen – stellt sich vehement gegen die von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner geplanten Zugangsbeschränkungen an Universitäten. “Jede Form von Zugangsbeschränkungen ist sozial selektiv: Menschen mit weniger Zeit- und Geldressourcen sind automatisch benachteiligt. Es kann nicht sein, dass der soziale Hintergrund ausschlaggebend dafür ist, ob ein Mensch studieren kann oder nicht,” stellt Marita Gasteiger, bundesweite Spitzenkandidatin der GRAS, klar.

Mitterlehners Reformmodell stellt den traurigen Höhepunkt in der ewigen Symptombekämpfung des Ministeriums dar: Die Berechnung anhand der Absolvent_innen und Prüfungsaktiven ignoriert die Lebensrealität der Student_innen. Während zwei Drittel neben ihrem Studium erwerbstätig und 26% von schweren finanziellen Problemen betroffen sind, plant der Minister eine Belohnung für “flotte Student_innen” anstatt sich mit den Ursachen für lange Studiendauer und Studienabbruch zu beschäftigen.

Um die Studienbedingungen zu verbessern, muss der chronisch unterfinanzierte Hochschulsektor endlich ausfinanziert werden, wie die GRAS es seit Jahren fordert. Es braucht echte Orientierung im Studium und eine Verbesserung der sozialen Lage von Student_innen, dadurch würde sich nicht nur die Studiendauer vieler Student_innen, sondern auch die Drop-out Rate verringern.

Beispiele wie Kommunikationswissenschaften und Informatik beweisen, dass die Studienbedingungen durch Zugangsbeschränkungen nicht verbessert werden. “Wir fordern die Ausfinanzierung des Hochschulsektors um die miserablen Studienbedingungen zu verbessern. Bildung ist ein Menschenrecht und muss allen zugänglich sein! Die soziale Durchmischung an den Hochschulen ist ohnehin zu gering – Bildung darf nicht noch mehr zum Privileg werden”, sagt Gasteiger.