Veröffentlich am 20.02.2017

GRAS ad soziale Lage der Studierenden: Mitterlehners Vorschläge sind Heuchelei

Zugangsbeschränkungen abschaffen, flächendeckende finanzielle Absicherung muss her!

Die Grünen & Alternativen Student_innen kritisieren die nationale Strategie der sozialen Dimension, die heute vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung vorgestellt wurde aufs Schärfste. “Mitterlehners Vorschläge sind Heuchelei! Auf einer Ebene eine derartige Strategie zu erarbeiten und gleichzeitig an sozial selektiven Zugangsbeschränkungen zu arbeiten, ist völlig absurd”, sagt GRAS-Aktivistin Marita Gasteiger. Es ist beispielsweise aus der Studie der Arbeiterkammer aus 2014 bekannt, dass Zugangsbeschränkungen die soziale Durchlässigkeit massiv verschlechtern. Beispiele dafür sind Medizin, Psychologie, Publizistik und Kommunikationswissenschaft sowie Veterinärmedizin.

Vor allem die Nachbesserungen im Studienbeihilfesystem sind zwar dringend notwendig, eine Erhöhung von 10 Prozent aber als nachhaltige Problemlösung zu präsentieren, geht an der Realität vorbei. “10 Prozent sind nicht einmal eine Inflationsanpassung seit der letzten echten Erhöhung 1999 – auch die Erhöhung der elterlichen Einkommensgrenzen steht nicht in Aussicht.” Aktuell erhalten gerade einmal 12 Prozent der Student_innen eine konventionelle Studienbeihilfe, Tendenz sinkend. Die Höhe der Beihilfe beträgt durchschnittlich 307 Euro. “Es muss endlich ein Grundstipendium her! Aktuell sind 26 Prozent der Student_innen von Armut betroffen. Das werden die präsentierten Maßnahmen keinesfalls ändern”, warnt Gasteiger. Außerdem gibt es nach wie vor keine publizierten Zahlen zum Zusammenhang des Backgrounds der Studienanfänger_innen und jenem der Absolvent_innen. Diese Zahlen hat das Ministerium, da bei jeder Inskription der Bildungsgrad der Eltern erhoben wird.

Für begrüßenswert erachtet die GRAS hingegen die Forderung nach einem Studium Generale, das der Orientierung zu Beginn des Studiums dienen soll. “Die GRAS fordert dieses Modell bereits seit Jahren – als Gegenmodell zur aktuellen Studieneingangs- und Orientierungsphase. Diese stellt in vielen Fächern eine zusätzliche Barriere und Knock-out-Maßnahme anstatt einer sinnvollen Orientierungsmöglichkeit dar”, so Marita Gasteiger abschließend. Die aktuelle Debatte zeigt in ihrer Scheinheiligkeit den politischen Unwillen des Wirtschaftsministers, Hochschulbildung für alle zugänglich und leistbar zu machen.