Die Kritik am WKR Ball ist - abgeschwächt aber doch - während der letzten Jahre in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen. Kaum jemand findet es mehr akzeptabel, dass rechtsextreme in der Hofburg feiern.
Das Naheverhältnis von Sexismen und Rassismen ist weit verbreitet. Spätestens seit der vermeintlichen Erforschung von Skeletten zum Beweis der Vormachtstellung des weißen Mannes im 18. Jahrhundert ist dieses auch verschriftlicht. Dabei wurden Schädelgrößen so interpretiert, dass zuerst gemeint wurde, dass weiße Männer einen größeren Kopf und damit mehr Intelligenz besäßen. Danach wurde das revidiert und gemeint Frauen hätten prozentual einen größeren Kopf, da sie unreifer und dem Kind ähnlich seien.
Spätestens seit der Wahl von FPÖ Abgeordneten Martin Graf zum dritten Nationalratspräsidenten, sind Burschenschafter der breiten Öffentlichkeit bekannt. Doch was hat es mit den braunen Brüdern eigentlich auf sich und warum ist es so unerlässlich den rechten Umtrieben an der Uni entschlossen entgegenzutreten?
Der Traum vom Anschluss an Deutschland. Die Zugehörigkeit zum deutschen Kulturraum. Die Überlegenheit des deutschen Volkes. All diese Konzepte und Ideologien scheinen in Österreich, wenn schon nicht verschwunden, dann zumindest marginalisiert zu sein. Warum trotzdem über Deutschnationalismus geschrieben und diskutiert werden muss, soll dieser Text vermitteln.
An Hand der an der Uni Wien praktizierten gedenkpolitischen Auseinandersetzungen verdeutlicht sich ein heuchlerischer Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Auch die Abgrenzung der Unileitung von deutschnationalen Burschenschaftern, die in Österreich als Horte und Kaderschmieden rechtsextremer Gesinnungen einzustufen sind, lässt immer wieder zu wünschen übrig.