NoWKR: Grüne und GRAS stellen parlamentarische Anfrage
Die GRAS hat gemeinsam mit den Bundes-Grünen in Punkto WKR-Ball Initiative ergriffen: Zwei Parlamentarische Anfragen an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Verteidigungsminister Norbert Darabos sollen Klärung bringen, ob der österreichische Staat das rechtsextreme Treffen, das jedes Jahr Ende Jänner in der Hofburg unter glamourösem Deckmäntelchen Anlass zur Vernetzung von Burschenschaftern, Rechtsparteien und rechten AktivistInnen weltweit gibt, entsprechend beobachtet.
Der Wiener Korporations-Ball, auch Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) oder WKR-Ball, ist ein jährlich stattfindender Ball verschiedenster Studentenverbindungen im Wiener Fasching. Gemeinsam mit dem "Heldengedenken" am 8. Mai stellt er einen der jährlichen Höhepunkte für österreichische und europäische RechtextremistInnen dar. An einem der nobelsten Orte der Republik, in der Wiener Hofburg, treffen sich Burschenschafter und die Spitzen des internationalen Rechtsextremismus gemeinsam mit der FPÖ. Problematischer als der Ort ist aber die Normalität und die Gelassenheit, mit der große Teile der Öffentlichkeit dem Ball gegenüber stehen: Hier zeigt sich, dass eine Auseinandersetzung mit rechtem Gedankengut, Deutschnationalismus, Antisemitismus, Sexismus, Homophobie und Rassismus hierzulande noch immer nicht stattgefunden haben.
Der WKR-Ball findet darüber hinaus im kommenden Jahr am 27.Jänner statt - und fällt dabei auf den Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.
Die parlamentarischen Anfragen stellen einen kleinen Teil der umfassenden Auseinandersetzung der GRAS mit dem Gedenken an die Befreiung von Auschwitz-Birkenau und dem WKR-Ball dar. Sie sollen vor allem auf staatlicher Ebene Licht ins Dunkel bringen, warum der WKR-Ball noch immer von den Großparteien und dem Verfassungsschutz weitgehend unbehelligt stattfinden kann - und ob vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes als Rechtsextrem eingestufte Organisationen wie die Burschenschaft Olympia, die den Vorsitz im Wiener Korporationsring führt, vom Staat beobachtet werden. Auch wollen wir in Erfahrung bringen, welche Personen der extremen Rechten jährlich am Ball auftanzen. Hier findet ihr die genauen Anfrage Texte an Johanna Mikl-Leitner und Norbert Darabos!