Was ist, wenn die Zweigeschlechtlichkeit doch eine Lüge ist?
"Es ist ein ganz großes gesellschaftliches Thema. Wenn du beispielsweise einen Fragebogen ausfüllst, dann gibt es immer nur zwei Kategorien, männlich oder weiblich. Wenn jemand kommt und sagt, „ich bin beides“, dann funktioniert diese ganze Normierung nicht mehr. Das bringt dieses ganze System einfach so durcheinander."
Das Zitat stammt aus einem interview mit der Filmemacherin Elisabeth Scharang zu ihrem Film "Tintenfischalarm". Mehr zum Flim unter http://www.tintenfischalarm.at/
Jedes 500ste Neugeborene kommt ohne eindeutig zuordenbarem biologischem Geschlecht auf die Welt (X0; XXY; ...). D.h. das biologische Geschlecht (Chromosomenkombination) entspricht nicht den Geschlechtsmerkmalen. Bzw. die Geschlechtsmerkmale sind zu klein (der Penis beim Neugeborenen sollte länger sein als 2,5 cm) oder zu groß (die Klitoris darf nicht größer sein als 0,9 cm) um per Definition männlich oder weiblich zu sein.
Trotzdem werden diese medizinischen Befunde in der Öffentlichkeit tot geschwiegen. Die Existenz von zwei Geschlechtern ist tief in unserer Vorstellungskraft verwurzelt. Unsere gesamte Gesellschaft scheint sich auf die Zweigeschlechtlichkeit zu stützen. Die Tatsache, dass es nicht nur zwei Geschlechter gibt, ist sogar so beängstigend, dass operativ eingegiffen wird um diese "Abweichung" zu korrigieren.